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17. Januar 1995 – 15 000 Funkamateure im Notfunkeinsatz beim Erdbeben in Kobe

Amateur-Funkdienst > Retter in der Not, Teil 2A, 2B, 2C > Retter in der Not, Teil 2B



17. Januar 1995 –
15 000 Funkamateure im Notfunkeinsatz beim Hanshin-Erdbeben in Kobe


Das Hanshin Erbeben in Kobe brachte für 6500 Menschen den Tod. 44 000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Mit 100 Millionen Dollar war es das Erbeben mit der höchsten Schadensumme. 15 000 Funkamateure waren drei Monate freiwillig mit dem Notfunkverkehr befasst. In den Nachbarprovinzen hatte man 260 Handfunkgeräte gesammelt und an 16 Schwerpunkte wie Notunterkünften und Auffanglager gegeben.

Der Bezirksvorsitzende von Hokkaido schickte, aus Erfahrung klug geworden – 1993 gab es auf der Insel Okushiri westlich von Hokkaido eine Katastrophe –, in dem Moment 5000 Ersatzbatterien ins Katastrophengebiet, als man dort das als Problem erkannt hatte. Durch das Beben waren auch viele Amateurfunkstationen zerstört worden. Darum kamen Funkamateure aus anderen Provinzen, um im Katastrophengebiet den Notfunkbetrieb aufrecht zu erhalten.

Am wichtigsten war die Weitergabe von Informationen über die Katastrophe selbst – damit konnte die Logistik für Hilfsgüter und -personal wesentlich effizienter organisiert werden. Der Vorsitzende der Clubstation der Tokioter Feuerwehrleute teilte mit, dass die Notruftelefonnummer hoffnungslos überlastet gewesen sei und künftig neue Meldewege zwingend wären. Eine Möglichkeit sei der Amateurfunkdienst auch für die Feuerwehr. In Tokio seien etwa 250 Feuerwehrleute Funkamateure, und das sei um so wichtiger, weil auch das Feuerwehrfunknetz oft überlastet gewesen wäre.
Ebenfalls überlastet waren die Funktelefonnetze. Der Behördenfunk habe versagt. Die Dienststellen hätten zwar umgerechnet 61 Mio. Euro für das Einrichten eines satellitengestützten Notfunknetzes ausgegeben, aber beim Erdbeben wurden auch die Notstromaggregate und andere Geräte zerstört, Zugangswege versperrt, und teilweise waren die Bediensteten nicht in der Lage, Geräte zu bedienen, so dass viele Funkstellen nicht arbeiten konnten.


Quelle:
DARC e. V., CQ DL 11/95,
http://www.darc.de/
Edgar Morrison-Cleator, DK9UN, 7JADW
Bildquelle: Japan-Infos.de,
http://www.japan-infos.de/
Funksignal-Redaktion: Robert René Füllmann, DL2XP






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