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Amateurfunk-Notfunk-Dienst > Hilfe in der Not, Teil 2A, 2B, 2C
10. August 1991 –
Rettung aus Seenot
Am 10. August 1991 um 15.45 Uhr nimmt Edgar Morrison-Cleator, seine Amateurfunkrufzeichen DK9UN sowie 7JADW, in Tokio einen dramatischen Notruf von N4KSN/mm (Maritime Mobile), einem in Seenot geratenen Funkamateur, auf. Doch die Rettung gestaltet sich mehr als dramatisch, denn die Behörden wollen nur national helfen.
Edgar Morrison-Cleator berichtet:
„Die Station war sehr schwach, und nur dank unserer guten Antenne (Cubical Quad) konnten wir sie aufnehmen. N4KSN/mm, Volkert, sprach deutsch. Er berichtet uns, dass der Motor seiner 14-m-Jacht „Jambo“ defekt und der Mast gebrochen sei. Er habe sich aus Draht notdürftig eine Antenne gebastelt. Seit drei Tagen treibe er im Seegebiet von Indonesien westlich der Insel Biak langsam auf Riffe und Untiefen zu. Er habe zwar noch einige Stunden Zeit, aber der Schiffbruch sei unabwendbar, falls keine Hilfe käme.
Mein Freund Thomas, 7J1AIJ, hielt mit dem Havaristen die Verbindung weiter, während wir im Hintergrund versuchten, Rettungsmaßnahmen einzuleiten.Beim Amt für die Sicherheit auf See, so die wörtliche Übersetzung, erreichten wir nur den Anrufbeantworter – es war ja Samstag Nachmittag. Der Amateurfunkverband JARL erklärte sich für nicht zuständig, und die Polizei konnte auch nicht helfen.
Ein Anruf beim Außenministerium brachte uns eine Dame ans Telefon, die erst einmal fragte, ob Japaner betroffen seien. Als wir das verneinten, meinte sie, dass man dann auch nicht helfen könne. Bei der indonesischen Botschaft war nur eine Stallwache anwesend. Der Herr sprach leider nur Indonesisch. Dann riefen wir die amerikanische Botschaft an und baten dort um Hilfe. Die wurde auch zugesagt, aber nach zehn Minuten rief man zurück und teilte mit, dass man bei den japanischen Behörden auch nicht weitergekommen sei. Man wolle versuchen, über die amerikanische Küstenwache etwas zu erreichen.
Ein Funkamateur auf Guam hatte sich mittlerweile an der Notrufaktion beteiligt. Er konnte mit Erfolg den Kontakt zur dortigen Küstenwache herstellen. Durch die Aktivität der Amerikaner war man nun offensichtlich auch auf japanischer Seite „aufgewacht“.
Vom Amt für die Sicherheit auf See wurden wir informiert, dass man Kontakt zu Schiffen in diesem Seegebiet aufgenommen habe und dass zwei Schiffe, ein Handelsschiff und ein Fischereischiff, die angegebene Position auf 1,0 °, 5,0 ' Süd, 137 °, 18 ' Ost zur Hilfeleistung ansteuern würden. Auch die Dame vom Außenministerium meldete sich wieder, entschuldigte sich vielmals und teilte mit, man habe ein Telex nach Indonesien abgesandt. Gegen 18 Uhr wussten wir, dass Hilfe unterwegs war und dass wir nichts weiter tun konnten. Tage später erfuhren wir, dass N4KSN/mm geholfen werden konnte."
Quelle: DARC e. V., CQ DL 11/91
http://www.darc.de/
Funksignal-Redaktion: Robert René Füllmann, DL2XP